Echter Eibisch (Althaea officinalis)

Synonyme

Althaea officinalis, Arznei-Eibisch, Althee, Alter Thee, Samtpappel, Ibischwurz, Heilwurz, Weiße Malve, Sumpfmalve, Adewurz, Schleimwurzel, Bismalva

Merkmale

Der wissenschaftliche Name Althaea (griechisch: die Heilsame) leitet sich von althein ab und bedeutet „heilen“.
Echter Eibisch ist auch eine wichtige Bienenfutterpflanze.
Während großen Hungersnöten kam die Wurzel der Pflanze als Nahrungsmittel zur Verwendung. Schon in der Antike wurde Eibisch bei Verhärtungen und Geschwulsten, Schmerzen der Eingeweide und Leisten als Heilpflanze benutzt. Die traditionelle persische Medizin wendet Eibisch bei Hautausschlägen im Gesichtsbereich, auch Morbus Unna genannt, an.

Taxonomie und Verbreitung

Althaea officialis gehört zur Familie der Malvaceae bzw. Malvengewächse und ist im europäischen Raum heimisch. Ansonsten ist Echter Eibisch in der Steppe in Südrussland und Kasachstan im Osten und im Balkan, Italien bis zu den Pyrenäenhalbinsel im Westen beheimatet. In den mitteleuropäischen Raum kam der Eibisch durch den Menschen. Dabei existiert ein einheimisches Vorkommen in Zwingendorf, Niederösterreich. Eibisch bevorzugt sonnige, warme Standorte mit feuchten, nährstoffreichen Lehm- bzw. Tonböden.

Aussehen

Mehrjährige Pflanze mit kräftigen Stängeln.
Größe: 60 – 150 cm
Blütezeit: Juli bis August
Laubblätter: gestielt und wechselständig, eifärmig, drei- bis fünflappig, gesägt, spitz und samtig behaart
Nebenblätter: früh abfallend
Blüten: gestielt, achselständig, fünfzählig, einzeln bzw. in Gruppen oder endständig verzweigt, doppelte Blütenhülle mit Außenkelch. Die Blütenfarbe ist Weiß bis Purpur (bleich)
Kelch: tief geteilt, dicht behaart
Petalen: verkehrt keilförmig
Staubblätter: zu einer Columna verwachsen
Fruchtknoten: vielkammerig, abgeflacht
Narbe: vieläastig
Samen: nierenförmig

Mögliche Verwendung

Ursprünglich wurde aus Bestandteilen des Echten Eibisch die bekannte Süßware Marshmallow produziert.
Heute werden bei der Pflanze Wurzeln, Blätter und Blüten als Arzneidroge verwendet.

  • Eibischwurzel (Althaeae radix): geschälte bzw. ungeschälte, ganze bzw. geschnittene, getrocknete Wurzel des Echten Eibisch.
  • Eibischblatt (Althaeae folium): das ganze bzw. geschnittene, getrocknete Laubblatt.
  • Eibischblüte (Althaeae flos): ist nicht als Arzneimittel anerkannt.


Weitere mögliche Verwendungen bei:
Reizhusten
Entzündungen im Mund- bzw. Rachenraum
Leichte Magenschleimhautentzündung
Verdauungsstörung

Mögliche Wirkung

Wurzeln und Blätter können reizlindernde, hustenreizstillende, immunmodulierende und entzündungshemmende Wirkung zeigen.
Dabei tragen hauptsächlich die Schleimpolysaccharide (d.h. Schleimstoffe) zum gewünschten Effekt bei.

Inhaltsstoffe

Schleimstoffe (in der Wurzel bis zu 25 %) mit Galacturonorhamnan und Arabingogalactan
Pektine in der Wurzel
Stärke

Kontraindikationen

Schwangerschaft und Stillzeit
bei Magenbeschwerden: Kinder bis 12 Jahren
bei Überempfindlichkeit und bei Kindern unter 3 Jahren

Unerwünschte Wirkungen

Mögliche unerwünschte Wirkungen sind nicht bekannt.

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