Weihrauch (Boswellia serrata)

Synonyme

Olibanum, Salai Guggal

Merkmale

Weihrauch gehört zu der Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) und wird aus unterschiedlichen Boswellia-Arten gewonnen. Allgemein wird zwischen afrikanischen und dem indischen Weihrauch unterschieden.
Das Harz findet nicht nur im kultischen Bereich als Räucherwerk Anwendung, sondern auch in der Heilkunde als Phytotherapeutikum. Auch der beim Verbrennen entstehende Rauch wird Weihrauch genannt.
Schon vor mehreren tausend Jahren wurde das Harz in Ägypten und in der indischen Ayurverda-Medizin als Heilmittel angewendet. Ihm wurde schon damals eine desinfizierende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung beigelegt.
Heutzutage wird Weihrauch auch als Naturheilmittel genutzt. Dabei werden Präparate als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. In Österreich sind diese nicht als Arzneimittel zugelassen.

Taxonomie und Verbreitung

Weihrauchbaum (Boswellia) wächst in trockenen Regionen in Ostafrika, Arabien (Boswellia sacra) und Indien (Boswellia serrata). Das daraus gewonnen Weihrauchharz (Olibanum) wird mehreren Erntevorgängen getrocknet, wobei die erste Ernte mit bräunlichen Harzstücken mildere Qualität aufweist. Diese werden hauptsächlich zum Verräuchern benutzt. In Gegensatz dazu hat qualitatives Weihrauchharz eine helle, fast weiße Färbung.
Der zu kirchlichen Zwecken verwendete Weihrauch stammt meistens von arabischen bzw. ostafrikanischen Weihraucharten wie Boswellia sacra, Boswellia frereana bzw. Kirchenharz.
Der im Europäischen Arzneibuch beschriebene Weihrauch stammt hauptsächlich aus Indien und wird Olibanum indicum genannt.
Allgemein wird auch Gummiharz von anderen Weihrauch-Arten für die Weihrauch-Herstellung benutzt. Dazu gehören beispielsweise Boswellia papyrifera und Boswellia neglecta.

Aussehen

Indischer Weihrauch: durchscheinende Körner bzw. mit gelber oder rot-brauner Farbe. Die Einzelnen Harz-Stücke sind bis zu 3 cm groß und haben eine rundliche oder unregelmäßige Form. Sie sind mit grauem Staub überdeckt.
Der Harzanteil beträgt ungefähr 50 bis 80 %, wobei einen Großteil Terpene ausmachen. Je nach Sorte macht der Gummianteil im Harz 10 bis 30 % aus und die ätherischen Öle liegen in einem Bereich von 5 bis 12 %.

Mögliche Verwendung

• Rheumatoide Arthritis, Arthrose
• Schuppenflechte, atopische Dermatitis
• Entzündliche Darmerkrankungen
• Asthma bronchiale
Seit mehreren Jahrtausenden wird Weihrauch auch für religiöse Zwecke bzw. rituelle Zeremonien verwendet.

Hinweis: Die Informationen ersetzen nicht eine professionelle medizinische bzw. pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, mögliche Wirkungen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind hier nicht zur Gänze beschrieben. Für eine geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Mögliche Wirkung

entzündungshemmend, immunmodulatorisch, antiproliferativ, schmerzlindernd und antimikrobiell
Bisher existieren zwei prospektive klinische Studien, eine retrospektive Studie und eine prospektive Fallreihe, deren Teilnehmer Patienten mit Hirntumoren bzw. Hirnmetastasen sind und positive Ergebnisse liefern.

Kirste S, Trier M, Wehrle SJ et al.: Boswellia serrata acts on cerebral edema in patients irradiated for brain tumors. Cancer 117:3788-3795, 2011. DOI:10.1002/cncr.25945

Kirste S: Antiödematöse Wirkung von Boswellia serrata auf das Strahlentherapie-assoziierte Hirnödem. Dissertation, University Freiburg/Breisgau, Germany 2009.

Heldt MR, Winking M, Simmet T: Cysteinyl-leukotrienes as potential mediators of the peritumoral brain oedema in astrocytoma patients. J Neurooncol 30[2]. 1996.

Böker DK, Winking M: Die Rolle von Boswellia-Säuren in der Therapie maligner Gliome. Deutsches Ärzteblatt 94:A-1197, 1997.

Janssen G, Bode U, Breu H et al.: Boswellic acids in the palliative therapy of children with pro-gressive or relapsed brain tumors. Klin Pädiatr 212:189-195, 2000. PMID:10994549

Streffer JR, Bitzer M, Schabet M, Dichgans J, Weller,M: Response of radiochemotherapy-associated cerebral oedema to a phytotherapeutic agent, H15. Neurology 56:1219-1221, 2001. PMID:11342692

Inhaltsstoffe

Indischer Weihrauch:

  • ca. 65 % Harz7 – 9 % ätherisches Öl
  • mehr als 20 % Schleim

Harz:

Pentacyclische Triterpensäuren und ihre Acetate

11-Keto-β-Boswelliasäure

Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure

β-Boswelliasäure

3-Acetyl-β-Boswelliasäure

Ätherisches Öl:

  • Monoterpene
  • α-Thujen
  • β-Myrcen
  • p-Cymen
  • α-Pinen
  • Polysaccharide bzw. Schleimstoffe (Proteoglykane)

Kontraindikationen:

Schwangerschaft und Stillzeit, vorherige allergische Reaktionen auf Boswelliaextrakte oder Bestandteile dieser Extrakte

Unerwünschte Wirkungen:

Reaktionen und Magen-Darm-Beschwerden
Tägliches Verbrennen von Weihrauch in Innenräumen zu religiösen Zwecken kann laut Literatur gesundheitsschädlich sein

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